Hilfsmittel – Definition, Antrag und Kostenübernahme einfach erklärt
Hilfsmittel sichern den Erfolg einer Krankenbehandlung, beugen einer drohenden Behinderung vor oder gleichen eine bestehende Einschränkung aus. Dazu zählen unter anderem Rollstühle, Orthesen, Prothesen oder Hörgeräte. Doch wie bekommt man ein Hilfsmittel auf Rezept, wer übernimmt die Kosten und was bedeutet eigentlich Zuzahlung oder Aufzahlung? Hier findest du die wichtigsten Informationen verständlich erklärt.
Yeehaa! Mal wieder eine Definition, damit wir wissen, von WAS wir überhaupt reden:
Hilfsmittel:
"Sichern den Erfolg einer Krankenbehandlung und beugen einer drohenden Behinderung vor oder gleichen eine bestehende Behinderung aus."
Aha. Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens sind übrigens keine Hilfsmittel, auch wenn sie eine ähnliche Funktion erfüllen.
Die Liste der möglichen Hilfsmittel ist lang und unterteilt in:
- Seh- und Hörhilfen (Brillen, Hörgeräte)
- Körperersatzstücke (Prothesen)
- Orthopädische Hilfsmittel (orthopädische Schuhe, Rollstühle)
- Inkontinenz- und Stoma-Artikel
- Andere Hilfsmittel
Wie komme ich an Hilfsmittel?
Hier kurz die Erläuterung, wie der Ablauf für den Erhalt eines Hilfsmittel auf Rezept ist:
"kleine & günstige" Hilfsmittel (Orthesen, Bandagen etc)
Arztliches Rezept bekommen.
In Sanitätshaus gehen, Artikel abholen.
"große & teure" Hilfsmitel (Rollstuhl, E-Antrieb etc).
Arztliches Rezept bekommen.
Wenn Leistungserbringer bekannt:
Kontaktieren und Rezept hinschicken.
Wenn Leistungserbringer unbekannt:
Krankenkasse kontaktieren und weiteres Vorgehen erfragen.
Zuzahlung Hilfsmittel
Zuzahlung für Hilfsmittel, (der berühmte Zehner):
Unter Zuzahlung versteht man den Betrag, den du für kleine und große Hilfsmittel dazuzahlen musst,
um es zu bekommen. Gleiches Prinzip wie in der Apotheke bei Medikamenten.
Da sind es meistens 5,00€ pro Schachtel, du kennst es.
Du zahlst 10% der Kosten, jedoch mindestens 5,00 und maximal 10,00€ pro Hilfsmittel.
Minderjährige zahlen nix, sie sind von Zuzahlung befreit.
Mein persönlicher Tipp:
Krankenkassen sind wirtschaftlich denkende Unternehmen und sparen gerne.
Das heißt jedoch NICHT, dass du dich mit der Basis-Standardversorgung zufrieden geben musst. Das Zauberwort heißt: Aufzahlung.
Dabei handelt es sich um die private Finanzierung der Differenz des von der Kasse genehmigten Preises für ein Hilfsmittel und dem
Preis, den ein höherpreisiger Artikel kostet. Beispiel: Die Kasse genehmigt das Standardmodell eines Rollstuhls, du möchtest jedoch gerne ein höherwertiges Modell. Die Mehrkosten für das Sondermodell gehen dann aus eigener Tasche.
Bei Orthesen: Die Basisversorgung ist oft.. die Basisversorgung. Wenn du etwas Aufzahlung hinzugibst, bekommst du oft atmungsaktiveres Material, eine bessere passende Größe oder ein besser sitzendes Produkt.
Informiere dich bei Bestellung / Abholung eines Hilfsmittels, was es noch so gibt!
Kleine FAQ zu Hilfsmitteln
❓ Was sind Hilfsmittel?
Hilfsmittel sind medizinische Produkte, die eine Behinderung ausgleichen, eine Behandlung unterstützen oder einer Verschlechterung vorbeugen. Beispiele sind Rollstühle, Orthesen, Prothesen oder Hörgeräte.
❓ Wie bekomme ich ein Hilfsmittel?
Du benötigst ein ärztliches Rezept. Kleine Hilfsmittel kannst du direkt im Sanitätshaus erhalten. Bei größeren oder teureren Hilfsmitteln erfolgt oft zuerst eine Genehmigung durch die Krankenkasse.
❓ Wie hoch ist die Zuzahlung für Hilfsmittel?
Erwachsene zahlen 10 % der Kosten, mindestens 5 € und maximal 10 € pro Hilfsmittel. Minderjährige sind von der Zuzahlung befreit.
❓ Was bedeutet Aufzahlung bei Hilfsmitteln?
Wenn du ein höherwertiges Modell als die Basisversorgung möchtest, kannst du die Differenz privat bezahlen. Die Krankenkasse übernimmt weiterhin den genehmigten Standardbetrag.