Teppich für Rollstuhlfahrer – Welche Modelle wirklich geeignet sind
Ein Teppich für Rollstuhlfahrer kann Wohnräume gemütlicher machen – oder den Alltag unnötig erschweren. Entscheidend sind Florhöhe, Material, Fixierung und Rollwiderstand. Gerade bei manuellen Rollstühlen wirkt sich jeder zusätzliche Widerstand direkt auf Kraftaufwand und Schulterbelastung aus. Auf dieser Seite zeige ich dir, welche Teppiche wirklich rollstuhlgeeignet sind, welche Probleme häufig auftreten und worauf du beim Kauf unbedingt achten solltest.
Wenn Du eigentlich entspannt geradeaus rollen möchtest und dann von jetzt auf gleich abbiegst hat das meist nichts mit etwas Übernatürlichem oder mit einem Rollstuhldefekt zu tun.
Der Grund für die spontan eingeleitete Kurve ist meist einfach unter dir zu finden: Du hast den Bodenbelag mit deinen Rädern gewechselt.
Was passieren kann, wenn du mit deinem Rollstuhl oder Rollator von einem Hartboden auf einen Teppichboden rollst, zeige ich dir in diesem Video.
Teppichböden für Rollstuhlnutzer
Möchtest du einen Teppich privat, bei dir zu Hause verlegen, kannste machen, was du willst. Ob es eine gute Entscheidung war, den extra dicken super langflorigen Wuschelteppich zu nehmen, wirst du selbst schnell merken
(Tipp: Es ist keine gute Idee!). Reinreden wird dir niemand.
Anders sieht es aus, wenn du z.B. ein Büroraum ausstatten möchtest.
n der Information 215-112 "Barrierefreie Arbeitsgestaltung - Teil ll: Grundsätzliche Anforderungen" der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung DGUV ist zu Teppichböden in Kapitel 4.5 folgendes zu lesen:
Werden Teppichböden verwendet, so müssen diese für Rollstühle, Rollatoren und andere Gehhilfen geeignet sein. Bei der Verlegung der Teppichböden oder ähnlicher Bodenbeläge ist auf die Richtung der Gewebe und Schlingen zu achten. Bei Nichtbeachtung besteht für Rollstuhlnutzende die Gefahr, dass das verlegte Muster eine seitliche Ablenkung vom geraden Fahrweg ablenkt.
Ungeeignet sind textile Beläge wenn sie:
- extrem weich sind
- hohe Fasern oder lange Schlingen haben
- sehr glatt oder rutschig sind
- stark reflektieren
- hohe Noppen haben
- nur lose aufliegen
Auf hochflorige Teppiche, Bodenbeläge aus Sisal oder Kokos und auf Fußmatten, Läufer und Brücken, die nur zur Zierde dienen, sollte verzichtet werden.
Auch glatt polierte Fliesen- und Steinböden oder hochglänzende Holzböden sind zu vermeiden. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Bodenbelag strapazierfähig und gut zu reinigen sein muss. Rollstuhlnutzung fordert den Boden extrem, wenn beispielsweise auf der Stelle gedreht wird. Wird nur ein Rollstuhl genutzt, mit dem Beschäftigte im Arbeitsbereich und auf der Straße unterwegs sind, kommt der einfachen und guten Bodenreinigung ein besonderer Stellenwert zu.
Ein wichtiges Kriterium bei der Wahl eines Bodenbelags ist der Wohlfühlfaktor. Er sollte nach Möglichkeit bei der Entscheidung mitbedacht werden."
Kleines FAQ – Häufige Fragen zum Teppich bei Rollstuhl
Ist ein Teppich für Rollstuhlfahrer grundsätzlich ungeeignet?
Nein. Entscheidend sind Florhöhe, Material und Fixierung. Kurzflorige, dünne und rutschfest fixierte Teppiche sind meist problemlos nutzbar.
Welche Florhöhe ist für Rollstuhlfahrer geeignet?
Empfohlen wird eine maximale Florhöhe von etwa 5–6 mm. Hochflor-Teppiche erhöhen den Rollwiderstand deutlich und sind für manuelle Rollstühle meist ungeeignet.
Sind Hochflor-Teppiche mit Elektrorollstuhl nutzbar?
Teilweise ja, allerdings können hohe Kanten oder weiche Materialien Probleme verursachen. Auch das hohe Gewicht eines Elektrorollstuhls kann Teppiche verschieben.
Wie kann man einen Teppich rollstuhlsicher fixieren?
Geeignet sind rutschhemmende Unterlagen, Anti-Rutsch-Matten oder eine feste Verklebung bei größeren Flächen. Lose Läufer stellen ein Sicherheitsrisiko dar.