Schmerzskala 1 bis 10 – Was die Zahlen wirklich bedeuten

Die Schmerzskala von 1 bis 10 wird im Arztgespräch, in der Reha oder im Krankenhaus regelmäßig verwendet – doch was sagen diese Zahlen eigentlich wirklich aus? Viele denken, es gehe nur um die reine Schmerzintensität. Tatsächlich beschreibt die Skala vor allem, wie stark Schmerzen deinen Alltag, dein Berufsleben und deine Lebensqualität beeinträchtigen. Hier erfährst du, wie die Schmerzskala richtig eingeordnet wird und warum eine einzelne Zahl oft nicht die ganze Wahrheit erzählt.


Na, wie sehr tut´s denn weh...?

Wie oft wurde ich schon nach dem Schmerzlevel von dieser Schmerzskala gefragt.
Am Anfang war ich vorsichtig und gab immer so eine 3 an. Da 10 die "am schlimmsten vorstellbaren Schmerzen widerspiegeln sollten"
In einer Schmerzklinik in der ich mal zu Gast sein durfte, hieß es dann, was ich denn überhaupt dort wolle, ich hätte doch nix.

Aaaaaha. Notiz an mich selbst: Bescheidenheit ist eine Zier, hier kannste aber auch dicker auftragen.

In der Reha, ein paar Jahre später, dann wieder die Frage. "7 bis 8 ist schon". "Dann brauchen sie sofort andere Schmerzmittel! Wie halten Sie das aus...?"
Öhm... dann habe ich meine Erlebnisse mit dieser absolut subjektiven Schmerzskala angesprochen und dabei angemerkt, dass die eigentlich voll für'n Allerwertesten ist.

Darauf bekam ich eine Erklärung. Geheimes Wissen sozusagen:
"Schmerzskala 1 Punkt heißt: Die Schmerzen beeinträchtigen dich im Alltag (Privat UND Beruf) nahezu gar nicht.



Schmerzskala 10 Punkte 

heißt: Die Schmerzen beeinträchtigen dich im Alltag (Privat UND Beruf) so sehr, dass nix mehr geht. 

Gar nix."

Also will dein Gegenüber gar keine Intensität abfragen, sondern wie sehr du beeinträchtigt bist im Leben.
Na und dann wird da auch ein Schuh draus. Da jeder Mensch Schmerzen anders wahrnimmt ist die Aussage auf Alltagsbelastung weitaus besser vom Arzt einzuordnen als auf Intensität. Muss man nur wissen !

Seitdem erläutere ich immer meine Antwort etwas und haue nicht nur eine Zahl raus.


Hier noch eine Richtlinie, wie die Zahlen 1 bis 10 einzuordnen sind:


Schmerzskala 0 - 3, schwach:

  • Schmerz beeinträchtigt den Alltag kaum.
  • Keine Medikamente notwendig.
  • Kannst die meisten Alltagsdinge noch machen.


Schmerzskala 4 - 5, mittel:

  • Starke Einschränkung im Alltag.
  • Reizempfindlichkeit erhöht.
  • Arbeit nur schwer möglich.


Schmerzskala 6 - 8, stark:

  • Musst im abgedunkelten Raum liegen.
  • Ablenkung hilft nur manchmal.
  • Keine anderen Aktivitäten möglich.


Schmerzskala 9 - 10, sehr stark:

  • Musst im Bett bleiben.
  • Kein Licht, Gerüche, Geräusche oder Berührungen.
  • Übelkeit, Erbrechen.
  • Ich hoffe, dies hat auch dir etwas Licht ins Dunkle der Schmerzskala gebracht!


Kleine FAQ zur Schmerzskala


❓ Was bedeutet die Schmerzskala von 1 bis 10?
Die Skala zeigt nicht nur, wie intensiv sich ein Schmerz anfühlt, sondern vor allem, wie stark er dich im Alltag einschränkt. 1 bedeutet kaum Beeinträchtigung, 10 bedeutet vollständige Handlungsunfähigkeit.


❓ Ist die Schmerzskala objektiv?
Nein. Schmerz ist immer subjektiv. Zwei Menschen können denselben Schmerz völlig unterschiedlich bewerten. Deshalb hilft eine ergänzende Beschreibung der Alltagseinschränkung dem Arzt mehr als nur eine Zahl.


❓ Warum fragt der Arzt nach einer Zahl?
Die Skala ermöglicht eine schnelle Einschätzung und Vergleichbarkeit im Verlauf. Wichtig ist jedoch, die Zahl kurz zu erklären – zum Beispiel, was noch möglich ist und was nicht mehr geht.


❓ Was bedeutet Schmerzskala 7 oder 8?
In diesem Bereich sprechen wir von starken Schmerzen, die den Alltag massiv einschränken. Arbeit oder normale Aktivitäten sind meist nicht mehr möglich.


 
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