Body Integrity Dysphoria (BID)
verständlich erklärt


Body Integrity Dysphoria (BID) beschreibt ein seltenes psychologisches Phänomen, bei dem eine Person das anhaltende Gefühl hat, dass ein bestimmter Körperteil nicht zur eigenen Identität gehört oder dass der eigene Körper „nicht vollständig richtig“ ist.
Manche Betroffene empfinden den Wunsch, eine körperliche Behinderung zu haben – beispielsweise dauerhaft im Rollstuhl zu leben oder ein bestimmtes Körperteil nicht mehr zu besitzen.


Wichtig ist:
BID ist keine Modeerscheinung und kein Internettrend.
Es handelt sich um ein psychologisch anerkanntes Störungsbild.



Was bedeutet Body Integrity Dysphoria genau?

Der Begriff setzt sich zusammen aus:

  • Body Integrity – körperliche Integrität
  • Dysphoria – ein anhaltendes Gefühl innerer Unstimmigkeit oder Belastung

Menschen mit BID beschreiben häufig:

  • ein starkes inneres Gefühl, „im falschen Körper“ zu leben
  • den Wunsch nach einer bestimmten körperlichen Einschränkung

teilweise jahrelange gedankliche Auseinandersetzung mit diesem Empfinden
Dieses Gefühl entsteht nicht spontan, sondern begleitet viele Betroffene über lange Zeit.



BID und Rollstuhlnutzung

Im Zusammenhang mit Rollstuhlnutzung betrifft BID häufig den Wunsch, dauerhaft im Rollstuhl zu leben – obwohl aus medizinischer Sicht keine körperliche Notwendigkeit besteht.
Für Außenstehende ist das oft schwer nachvollziehbar.
Für Betroffene hingegen ist das Empfinden real und tief verankert.
Deshalb ist es wichtig, zwischen:


  • bewusster Darstellung (Pretender)
  • und diagnostizierter Body Integrity Dysphoria (BID)
  • Identitätswunsch (Wannabe)

zu unterscheiden.
BID wird im psychologischen Kontext eingeordnet und nicht als Lifestyle oder kurzfristige Entscheidung verstanden.



Psychische Einordnung von Body Integrity Dysphoria


Body Integrity Dysphoria wird im psychologischen und psychiatrischen Kontext als Störungsbild beschrieben. Im internationalen Klassifikationssystem ICD-11 ist BID als eigenständige Diagnose aufgeführt.
Betroffene berichten von einem anhaltenden Gefühl der Unstimmigkeit zwischen dem eigenen Körper und dem inneren Identitätsempfinden. Dieses Erleben kann mit erheblichem psychischem Leidensdruck verbunden sein.
Eine fachliche Diagnose erfolgt durch entsprechend qualifizierte medizinische oder psychologische Fachpersonen. Die Einordnung dient der professionellen Begleitung und Behandlung – nicht der Bewertung.
Psychische Erkrankungen sind grundsätzlich ernstzunehmende Gesundheitszustände, auch wenn sie



Meine Haltung zu dem Thema

Unabhängig von der fachlichen Einordnung ist mir ein respektvoller Umgang besonders wichtig.
Wenn bei einer Person eine Body Integrity Dysphoria diagnostiziert wurde, sollte dies ernst genommen werden. Psychische Erkrankungen gehören – ebenso wie körperliche – zur gesundheitlichen Realität von Menschen.
Für mich gilt:
Solange ehrlich kommuniziert wird und Grenzen respektiert werden ist ein sachlicher und respektvoller Umgang möglich.
Transparenz schafft Verständnis – und Verständnis erleichtert Begegnungen.



Warum dieses Thema hier Platz findet

Menschen, die neu im Rollstuhl sind, begegnen früher oder später dem Begriff BID.
Ohne Erklärung entstehen schnell Missverständnisse.
Diese Seite soll:

  • informierenSicherheit geben
  • einordnen
  • und zu einem respektvollen Umgang beitragen

Nicht mehr – aber auch nicht weniger.



Abschließende Gedanken

BID ist ein sensibles Thema.
Es betrifft Identität, Körpergefühl und psychische Gesundheit.
Ob man selbst betroffen ist oder nicht – Verständnis beginnt mit Information.
Und Information schafft die Grundlage für respektvollen Umgang.


 
 
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